Heiners Bike Page

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         Medizinische Probleme beim Radfahren

Zonen Inhalt:
Handprobleme
Erkältungen
Muskelkrämpfe
Nackenschmerzen
Kopfschmerzen
Knieprobleme
Rückenschmerzen
Sitzprobleme
Prostata
Fuß
Achillessehne
Schienbeinmuskel
Sturzverhalten
Halswirbelsäule
Wadenmuskulatur
Kniescheibe

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Unterarm- und Handprobleme:
Die Unterarm-Muskulatur wird durch Halten des Lenkers stark beansprucht. Daher sollte der Griff am Lenker bewußt öfters stark gelockert werden. Eine unangenehme Folge kann sonst bei Bikern ein  "Tennisarm" sein, und zwar dann, wenn der Zug der Unterarm-Sehnen am Ellenbogengelenk ständig zu stark ist. Oft entstehen Druckläsionen von Nerven im Handgelenksbereich, wenn man sich hier am Lenker aufstützt. Treten  pelzige oder gefühllose Finger  auf, deutet das bereits auf Druckschäden hin. Vorsorglich Griff am Lenker öfters variieren und nicht zu stark an einzelnen Stellen des Handgelenks abstützen. Während der Fahrt öfters Hände vom Lenker nehmen und locker bewegen. So können auch häufig vorkommende Druckläsionen von Nerven im Handbereich, die von gefühllosen Fingern bis zu Lähmungen reichen könenn, vermieden werden. Es handelt sich hierbei um eine Abquetschung der im Carpaltunnel (Tunnel an der Handwurzel) befindlichen Nerven.  Eventuell bringt beim Mountain- Bike ein speziell geformter Griff etwas, bei dem der Lenker formschlüssig in der Hand liegt ("Biogrip").

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Stürze:
Die Handgelenke sind bei Stürzen neben den  Armen  stark gefährdet, weil der Biker sich im Reflex fast immer mit den Händen bei einem Sturz auffängt. Schlüsselbein- und Armbrüche sind nicht selten. Bei seitlichem Wegrutschen ist es mehr als ratsam die Hände am Lenker zu lassen. Lenkerende, Pedal und Räder nehmen dann einen Großteil der Geschwindigkeits- Energie beim Aufprall weg, und es bleibt mit ein wenig Glück - von Oberschenkel- und Ellenbogenschürfungen abgesehen - eher beim Bike- und Kleidungsschäden.

Erkältungen:
Gegen unangenehme Witterung  vorbeugen!! Abhärtungsmaßnahmen einsetzen: Täglich kalte Abwaschungen. Wechselduschen, die immer mit einem kalten Guß enden, kalte Dusche nach dem Training. Sauna empfehlenswert. Witterungsangepasste Funktionskleidung ! Im Winter warme Hals- und Kopfbereich gut schützen. Abwechslungsreiche Kost mit viel Obst und Gemüse stellt ausreichende Vitaminversorgung sicher.

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Muskelkrämpfe:
Sie können verschiedene Ursachen haben. Am häufigsten treten sie in der Wadenmuskulatur auf. Die Hauptursache ist meistens Mineralstoffmangel, vor allem an Kalium und Magnesium. Dieser Mangel tritt nach großen Schweißverlusten auf, vor allem wenn man die Grundprinzipien der gesunden Ernährung nicht ausreichend beachtet hat. Weitere Ursachen können zu große oder zu kleine Gänge sein. Das muß jeder individuell herausfinden. Schließlich muß auch die Sitz- Position stimmen. Vorbeugung: Am besten 1-2 h vor dem Training vorbeugend Mineralientablette nehmen. Unterwegs für Nachschub per Wasserflasche sorgen.

Nackenschmerzen:
Verspannungen der Nackenmuskulatur entstehen meist durch falsche, verkrampfte oder zu weit vornübergebeugte Haltung auf dem Bike.  Nackenschmerzen sind gefürchtet, weil sie das Radfahren zur Qual machen. Durch die Position am Rad wird die natürliche Überstreckung (Lordose) der Halswirbelsäule noch verstärkt. Die Sitzposition muß stimmen. Die Lenkerhöhe sollte nur so weit  unter Sattelhöhe sein, wie es Trainingszustand und Körperbau zulassen. Kein falscher Ehrgeiz!!! Ist der Vorbau zu lang oder die Lenker- Satteldifferenz zu groß, muß der Hals noch weiter überstreckt werden, um die Straße überblicken zu können. Schmerzen sind dann in der Regel muskulären Ursprungs. Gerade zu Beginn des Radtrainings und bei Anfängern verkrampfen sich die Nackenmuskeln (Trapezmuskel, kleine Nackenmuskeln ) aufgrund des schlechten Trainingszustandes und rufen Schmerzen hervor, die jedoch nach einigen Wochen Training nicht mehr auftreten. Die Arbeitsweise dieser den durchschnittlich 7kp schweren Kopf haltenden Muskeln ist vorwiegend isometrisch. Hierdurch werden die Blutgefäße abgedrückt, wodurch die Blutversorgung abnimmt. Folge hiervon ist ein krampfähnlicher, mit Schmerzen verbundener Zustand. Obendrein können Stoffwechsel- Schlacken nur schlecht abgeführt werden (Schmerzverstärkung).
Abhilfe: Behandlung: Lockerer Fahrstil! Obere Lenkerhaltung beim Rennrad bevorzugen. Beim Mountain- Bike eventuell steileren Vorbau montieren. Öfters aufrichten , ab und zu im Wiegetritt fahren, sowie den Schultergürtel und die Nackengegend lockern. Zur Vorbeugung und Verbesserung der Beschwerden sollte unbedingt jeden Morgen regelmäßig ein Wirbelsäulen oder Nacken- Stretching durchgeführt werden. Leichter Helm!  Schild am Helm entfernen! Rollkragen - Unterziehpullover mit hohem Kragen gegen Fahrtwind. Ellenbogen stets leicht beugen und niemals durchdrücken, um Straßenunebenheiten aufzufangen.

Kopfschmerzen:
Durch eine  verspannte Nackensmuskulatur können auch Kopfschmerzen ausgelöst werden. Typisch sind jedoch auch Kopfschmerzen, die durch Unterkühlung der Kopfhaut durch den Fahrtwind bedingt sind. Vor allem bei Abfahrten mit schweißnasser Kopfhaut kommt es zu derartigen Unterkühlungen, daß es tatsächlich zu starken Koppfschmerzen kommen kann. Abhilfe: Mütze.

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Knieprobleme:
Beim Radfahren werden die Knie geschont. Es kann jedoch zu Überlastungsbeschwerden im Bereich der Kniescheibe kommen, meist am unteren Rand der Kniescheibe. Wir unterscheiden Schmerzen in Folge zu hoher Kraftbelastung und durch Unterkühlung infolge Fahrtwind. Behandlung: Überlastung: kleine Gänge benutzen, rechtzeitig im Stehen am Berg fahren, Sitzposition prüfen. Unterkühlung: ABC-Pflaster. Warm kleiden. Knie müssen die größten Zug- und Druckkräfte tolerieren und sind zudem dem Fahrtwind ausgesetzt. Dennoch haben Radfahrer im Vergleich mit ihren "laufenden " Kollegen recht wenig Probleme und weniger Arthrosen.Kniegelenke brauchen nicht- wie beim Laufen - Stöße abzufangen und werden auch nicht Verdrehungen und Prellungen ausgesetzt wie bei anderen Sportarten. Die größte Gefahr sind immer noch Stürze auf das Knie. Es kann zu tiefen Riß-Quetschwunden über der Kniescheibe kommen, bei denen der Schleimbeutel verletzt werden kann. Diese Verletzung stellt sich oft als langwierig heraus und sollte ärztlich behandelt werden. Ober- und Unterschenkelbrüche sind selten und dank der Klickpedale jetzt noch weiter zurückgegangen. Das Kniegelenk ist kein einfaches Scharniergelenk , etwa wie bei einer Autotür, sondern ein Drehscharniergelenk. Es ermöglicht neben der Streckung und Beugung zusätzlich eine Drehung des Unterschenkels, die jedoch nur in Beugestellung möglich ist.Oberschenkelknochenende, Schienbeinkopf und Kniescheibenrückseite bilden die Gelenkflächen des Knies, welche mit einer bläulich- weißlich schimmernden Schicht Knorpels überzogen sind. Da die Knorpelflächen nicht genau aufeinander passen, hat sich die Natur etwas besonderes ausgedacht, um die Gelenkflächen anzupassen: die Menisken. Der Meniskus ist ein halbmond- förmiges Knorpelstück, das im Knie die beiden gewölbten Gelenkflächen einander anpasst. (2 Menisken pro Knie). Die Muskeln tragen zu einer Stabilisierung bei: Je besser trainiert, desto besserer Schutz vor Verletzungen. Die Kniescheibe (Patella) ist in die Sehne des vierköpfigen Schenkelmuskels (Quadrizeps) eingebettet und bewegt sich auf einer Führungs- Rinne des Oberschenkelknochens. Beide Gelenkflächen sind normalerweise ausreichend mit Knorpel bedeckt. Die Patella dient als "Umlenkrolle" für die Sehne des Quadrizeps und verstärkt wie ein Hebel dessen Kraft. Wir die Streckmuskulatur angespannt und das Bein gestreckt, gleitet die Patella auf der Führungsrinne des Oberschenkel- Knochens. Ist hierbei der Druck längere Zeit hoch und ungleich verteilt, ändert der Knorpel seine Struktur und eine Entzündung entsteht (dabei ist der Knorpel selbst schmerzunempfindlich). Sehnen, Muskeln und Haut, die über Knochenvortsprünge verläuft, ist von Schleimbeuteln umlagert, um die empfindliche Struktur der Gewebe zu schützen. Diese sind kälteempfindlich und daher leicht zu entzünden. Das Kniegelenk wird von einer zweischichtigen Kapsel umgeben (einer äußeren Kapsel, die es stützt und einer inneren Kapsel mit Gelenkschmiere). Krankheitsbilder: Chondropathia patellae (Knorpelveränderung der Kniescheibe). Knorpelerweichung, verbunden mit einer Mikrostruktur- Veränderung gekoppelt an eine Unterversorgung mit Nährstoffen am Knorpel. Folgen: Belastungsschmerzen, Knirschen.. Wird gefördert durch Kälte, Fehleinstellung des Rads. Bereits ein geringfügig höher gestellter Sattel kann Abhilfe schaffen. Auch eine Disbalance der zwei Köpfe des Quadrizeps kann die Ursache sein, da sich der äußere Kopf stärker entwickelt (krankengymnastiche Behandlung nötig). Tendopathien:es handelt sich um Entzündungen von Sehnen, deren Ansätzen sowie deren Übergängen an den Knochen. Entstehungsgründe sind wiederum Kälte und zu hohe Lasten. Abhilfe: Muskeln und Sehnen durch häufiges Stretchen geschmeidig halten. Pedalplättchen sauber einstellen. Bursitis: Schleimbeutelentzündung , vor allem durch Kälte. Der Schleimbeutel vor der Kniescheibe ist davon am häufigsten betroffen. Er schwillt und schmerzt bei jedem Tritt. Wichtige Regeln: leichte Gänge treten. Warmhalten, bei Kälte nicht mit kurzer Hose fahren. Richtige Sitzposition. Korrekt eingestellte Schuhplättchen. Keine verbogenen Lager, Wellen und Kurbeln.

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Rückenschmerzen:
Schmerzen im unteren Rücken oder Kreuzbeinbereich: Hier handelt es sich meist um Muskelverspannungen, Verschiebungen der kleinen Wirbelgelenke oder um Überbeanspruchung der Kreuzbeingelenke. Ursache ist oft eine zu schwache Ausbildung der unteren Rückenmuskeln. Diese können durch krankengymnastische Übungen gestärkt werden (Arzt konsultieren). Auch Unterkühlungen können Ursache von Knochenhautreizungen sein.
Behandlung: regelmäßige Wirbelsäulengymnastik. Yoga- Übungen. Locker fahren. Die obere Lenkergriffhaltung bevorzugen. Öfters im Stehen oder Wiegetritt fahren. Bei Unterkühlungsschäden örtliche Wärme-Anwendungen, Einreibungen, Bäder. Gegebenenfalls Rheuma- Pflaster tragen. Einseitige Fleischkost meiden, sich mehr auf lakto- vegetarische Ernährung verlegen.

Prostata:
Wohl jeder männliche Radfahrer nach langen Touren die Probleme mit seinen Geschlechtsteilen. Durch den hohen Druck in Verbindung mit zahlreichen Stößen von der Straße kann es infolge eines Anschwellens der Prostata, einer Druckläsion der Harnröhre und / oder einer Nerveneinklemmung zu einem Taubheitsgefühl im Penis, Schmerzen beim Wasserlassen. eventuell Blut im Urin oder sogar zeitlich begrenzter Impotenz kommen. Die hartnäckigsten Sympthome verschwinden nach einer Zwangspause von einigen Tagen. Abhilfe: Anatomisch geformter Sattel (ev. Damensattel), nach vorne ev. neigen. Es sind im Handel Sättel mit einer Gel- Einlage erhältlich. Breitere, gut federnde Reifen, höhergestellter Lenker. Regelmäßig aus dem Sattel gehen. Biken  kann unter Umständen zu einer zeitlich begrenzten Impotenz führen, wenn ungünstige Umstände zusammentreffen. Regelmäßiges und dosiertes Radfahren soll sich jedoch günstig auf das Sexualleben auswirken. Auf alle Fälle kommt es bei jedem extremen Ausdauersport zu einem Abfall des männlichen Hormons Testosteron.

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Sitzbeschwerden:
Sitzbeschwerden durch Druckpunkte oder Reibung verschwinden meist mit zunehmender Anpassung von selbst. Bei längeren Strecken ist große Hygiene nötig, da sich sonst Wundsein, Entzündung der Haarbälge (Furunkel) oder Entzündungen einstellen können. Behandlung: Radhose mit Einsatz, Camillecreme oder spezielle Sitzcreme.

Fuß:
Im Bereich des Fußes stehen Entzündungen der Achillessehne im Vordergrund. Die Achillessehne verbindet den Wadenmuskel mit dem Fersenbein. Durch die exponierte Lage ist sie Kälte ausgesetzt. Hier führen Kälte (fehlende Überschuhe), falsche Sitzposition und Überlastung (zu große Gänge) oftmals zu einer Reizung, aus der sich eine Entzündung entwickeln kann Terapie: Änderung der oben genannten Faktoren sowie eine physikalische Therapie. Die Sehne des vorderen Schienbeinmuskels kann ähnliche Probleme bereiten, vor allem bei kalten Regenrennen. Therapie wie oben. Brennende Fußsohlen können mehrere Ursachen haben: zu fest angezogene Klettverschlüsse oder Schnürsenkel, sehr harte Innensohle, keine anatomische Sohlenformung.

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